Wie begründet sich die doch beachtliche Entwicklung von EMPYRIUM, die, von den doch doch etwas metallastigen Anfängen in "A Wintersunset" und "Songs.." über das stimmige "Where at night..." nun endlich im "Weiland" gipfelt?
- Mir war es schon seit jeher ein Anliegen nicht auf der Stelle zu treten, sowohl künstlerisch als auch menschlich und mir stets neue Aufgaben zu stellen. "Weiland" reflektiert dieses "nach den Sternen greifen", denn es hat das, was ich mit Empyrium ausdrücken möchte konkretisiert und auf den Punkt gebracht.

Wie kam der Grundgedanke zu dem Thema "Weiland" zustande?
- Wie oben bereits erwähnt, ging es mir darum mit "Weiland" meine Vision von naturmystischer Musik zu konkretisieren und für den Zuhörer die Atmosphäre, die wir ausdrücken möchten noch greifbarer zu machen - daher der Grundgedanke das Album textlich wie auch musikalisch in drei Kapitel, die sich jeweils einer eigenen Stimmung widmen, zu komponieren.

"Weiland" ist, wie den Pressetext zu entnehmen, das letzte Werk von EMPYRIUM, da es zu diesem Thema nichts mehr zu sagen gibt. Aber enthält gerade die 'Naturmystik' nicht unendlich viele Möglichkeiten des Ausdrucks und auch der Entdeckung, so daß sich für ein Projekt wie EMYRIUM hier auch ein unendlich großer Themanschatz auftun könnte/müßte?
- Nach acht Jahren der künstlerischen Auseinandersetzung mit einer Thematik, war es für mich an der Zeit mich neuen Themen zu widmen und die Naturmystik (zumindest vorerst) zu den Akten zu legen.

War EMPYRIUM von Anfang an als reines Projekt geplant, oder hattest Du doch auch schon den Bandstatus im Hinterkopf?
- Zu "Garagen Zeiten" war Empyrium einmal eine richtige Band, die allerdings nicht ganz ernstzunehmende Musik fabrizierte. Ich denke es ist notwendig, daß eine Vision in einem einzigen Künstler reift, da sie dadurch einfach dichter und konkreter ist, deshalb auch der "Projektcharakter" von Empyrium.

Wer ist/war Schwadorf?
- Schwadorf ist mein künstlerisches Alter Ego - er ist sich oft uneinig mit dem Menschen Markus Stock und für die Umwelt ein wesentlich unerträglicherer Zeitgenosse.

Wie verinnerlichst Du solcherart Stimmungen, wie sie speziell auf "Weiland" zum Ausdruck kommen? ("Und wenn das Album mit Stimmungen ausklingt, die auf hingetupfte Pianoklänge reduziert sind, dann wähnt man sich einmal mehr in den hier zum Ausdruck gebrachten idyllischen Landschaften, wobei ein Faun auf einem Baumstumpf im dichten Wald, umringt von Waldgeistern, Elfen und Zwergen, seiner Melancholie musikalisch freien Lauf läßt." aus Rezension für 'Eclipsed')
- Ich denke es ist wichtig für einen Künstler emotional bewegende Eindrücke und Ereignisse speichern zu können und in Komposition und Ausführung der Musik einfließen zu lassen. Man muss Stimmungen einfach tief in sich hineinlassen, dann kann man - die künstlerische Begabung vorausgesetzt - sie wieder reproduzieren.

Kann man bei "Weiland" noch länger von 'Popmusik' sprechen?
- Das ist mir eigentlich ziemlich egal - darum kümmert ihr Schreiberlinge euch.

EMPYRIUM ist nun nicht mehr. Auf was konzentrierst Du Dich in Zukunft? (immerhin bist Du auch bei Projekten/Bands wie Autumnblaze am Start)
- Nun ich werde auch weiterhin mit Thomas Helm zusammenarbeiten, jedoch nicht unter dem Namen Empyrium. Wir werden allerdings noch dieses Jahr ein neues gemeinsames Projekt starten in dem wir unsere Vorliebe für großen, epischen 70jahre Prog Rock ausleben werden. Zudem werde ich weiterhin mit Markus B. an Autumnblaze arbeiten, da wir beide uns musikalisch und menschlich wunderbar verstehen. S.o.t.s. liegt nun ersteinmal auf Eis, da wird so schnell wohl nichts kommen - erst dann wenn mich die Muse mal wieder packt etwas zu machen, daß Abseits des Weges liegt. Ja und The Vision Bleak hat für mich momentan Priorität. Wir arbeiten an einem Album, daß wir hoffentlich bis Ende des Jahres fertig haben. Auch hier hat sich die Marschroute etwas geändert im Gegensatz zu unseren Demos. Bei The Vision Bleak kam es uns ja ursprünglich darauf an, schnörkelosen, einfachen Rock zu machen - mit Texten aus dem echten Leben sozusagen. Denkste! Nun stehen wir da, wo wir hätten von Anfang an stehen sollen. Bei großem, mystischen Horror Rock'n'Roll, der stimmungsvoll und dick groovend zugleich ist und unsere Vorliebe für den guten, alten Horrorfilm ausdrückt. Eine europäische Variante von Rob Zombie in etwa - mit viel Natur, Nebel und rollenden Köpfen, Werwölfen, Untoten und Dämonen ...tja, man kann sich seinen Wurzeln halt nicht entziehen, versucht hab ich's wenigstens einmal....

Wie "Weiland" zu entnehmen, verbindest Du einen besonderen Anspruch mit dem Thema Musik. Wo ist dieser konkret begründet?
- Musik sollte einfach nur bewegen - alles andere ist sekundär. Auch wenn ich es sehr mag, wenn sich Musik einem wirklichen Konzept widmet.

Vielleicht an dieser Stelle noch ein paar Anmerkungen, die Dir noch am Herzen liegen.
- Dankeschön für das Interview.