WEILAND ist in drei Kapitel eingeteilt, die sich thematisch nach in Heide, Wald und Wasser gliedern. Mit euren Kompositionen schafft ihr es, nicht nur ein akustisches Pendant zu der jeweiligen Landschaft zu erzeugen, sondern deren Stimmung ganzheitlich einzufangen, so dass sie mit mehreren (wenn auch nicht allen) Sinnen erfahrbar erscheint. Die pr‰zise, detailreiche und -getreue klangliche Nachbildung der Natur muss viel Zeit f¸r Arrangement und dessen stete Reflexion in Anspruch genommen haben, denn sie vermittelt sehr direkt, so als ob zwischen der Inspiration, d.h. deinem Erfahren der Naturmysterien (sei es durch das Lesen von Mythen oder aber die hautnahe Erleben) und der Umsetzung in der Komposition kein zeitlicher Abstand liegt.Kannst du Erlebnisse lange und intensiv in dir speichern oder ist es tats‰chlich so, dass du unmittelbar nach einer Erfahrung anf‰ngst, das Ganze klanglich zu verarbeiten?
- In der Tat war es mir sehr wichitg "Weiland" genug Zeit zum Reifen zu geben. Das Konzept für "Weiland" spukte mehr als 3 Jahre in meinem Kopf herum. Dadurch und durch die enge Zusammenarbeit mit Thomas Helm ist "Weiland" in seiner Atmosphärik so authentisch und detailreich geworden. Ich denke es ist die wichtigste Gabe eines Künstlers genau zu beaobachten und emotionale und eindrucksvolle Bilder und Situationen speichern zu können und sich jederzeit wieder in diese Stimmung hineinversetzen zu können. Schließlich hat niemand immer zur rechten Zeit die Gitarre bei der Hand.

Du hast im Studio gesagt, dass WEILAND die letzte Empyrium-Platte sein muss, weil von eurer Seite alles gesagt wurde, was zur Naturmystik/Romantik gesagt werden konnte. Hat mit diesem finalen Aufb‰umen auch f¸r dich pers^nlich das Thema seinen Reiz verloren oder fasziniert es dich lediglich auf andere, nicht kompositorisch inspirierende Art und Weise (falls ja, wie)?
- Ich genieße Musik und Kunst im allgemeinen die sich der Natur(mystik) widmet immer noch sehr, aber nach 8 Jahren der künstlerischen Beschäftigung mit einem Thema ist es an der Zeit zu neuen Ufern aufzubrechen und Altes zu zerstören um Neues schaffen zu können.

Als 1996 eure erste Platte A WINTERSUNSET erschien, warst du noch sehr jung, gerade mal 16 Jahre alt, wenn ich mich nicht irre (schreib' doch bitte dein Geburtsdatum dazu). Empyrium beinhaltete stets viel Platz f¸r Weiterentwicklung, was man an der musikalischen Bandbreite vom Deb¸t bis hin zu WEILAND deutlich sieht. Von Album zu Album klingt die Band reifer, vor allem was das Arrangement angeht, aber nat¸rlich hinsichtlich technischer Aspekte gilt. Bildet WEILAND auch in dieser Hinsicht einen Abschluss f¸r dich, hast du also das Gef¸hl, ein gewisses Niveau erreicht zu haben, so dass es Zeit wird, sich anderen musikalischen Projekten/Dimensionen zuwidmen?
- Ich war als wir "A wintersunset..." im Dezember 1995 aufnahmen gerade 17 Jahre alt geworden (bin am 19.09.1978 geboren), was man dem Album sicherlich auch anhört. Es ist sehr unreif und ungelenk, hat jedoch sehr viel jugendhaften Charme und Enthusiasmus... Ich denke man hat als Musiker nie ein befriedigendes Maß an Reife und auch technischer Fähigkeit erlangt. Man kann immer besser werden...zudem bin ich selbst nicht wirklich ein guter Musiker (dafür übe ich viel zu wenig an Instrumenten) - Ich habe einfach die Gabe musikalisch zu sein und liebe es mich damit auszudrücken. Meine Stärke ist definitv das komponieren, nicht das ausführen - auch wenn ich darin besser geworden bin.

Nachdem WHERE AT NIGHT THE WOOD GROUSE PLAYS (1999) quasi dein Solo-Empyrium-Album war und die musikalische Trennung des Duos Andreas Bach/Markus Stock markiert, hast du nun mit Thomas Helm, der ja bereits auf WHERE AT NIGHT... zu h^ren war, einen gleichberechtigten Partner gefunden, der dich bei der Kompositionsarbeit unterst¸tzt. Wie wichtig war es f¸r dich, einen Gegenpol - oder sagen wir besser: einen komplement‰r wirkenden Partner - zu finden und wie verlief die Rollenteilung bei der Entstehung von WEILAND?
- Thomas war definitv sehr wichtig für "Weiland". Er besitzt ein großes musikalisches Verständnis und wusste demnach sofort worauf es bei einem "Weiland" ankommt - Stimmung und Atmosphäre. Er konnte dies wunderbar mit seiner tollen Stimme und seinem Pianospiel ausdrücken (das meinem mehr als Haushoch überlegen ist). Zudem hatte er einen nicht unherheblichen Kompositorischen Einfluss auf "Weiland" - speziell was das Kapitel "Wassergeister" angeht.

Wie stellst du dir deine musikalische Zukunft vor, nachdem Empyrium Geschichte sind, du aber mit deinen Bands The Vision Bleak und Sun Of The Sleepless sowie deiner Produzentenkarriere weiterhin aktiv bist? Mit welchen Musikern m^chtest du weiterhin arbeiten und welche stilistische(n) Richtung(en) w¸rdest du jeweils gerne einschlagen?
- Nun ich werde auch weiterhin mit Thomas Helm zusammenarbeiten, jedoch nicht unter dem Namen Empyrium. Wir werden allerdings noch dieses Jahr ein neues gemeinsames Projekt starten in dem wir unsere Vorliebe für großen, epischen 70jahre Prog Rock ausleben werden. Zudem werde ich weiterhin mit Markus B. an Autumnblaze arbeiten, da wir beide uns musikalisch und menschlich wunderbar verstehen. S.o.t.s. liegt nun ersteinmal auf Eis, da wird so schnell wohl nichts kommen - erst dann wenn mich die Muse mal wieder packt etwas zu machen, daß Abseits des Weges liegt. Ja und The Vision Bleak hat für mich momentan Priorität. Wir arbeiten an einem Album, daß wir hoffentlich bis Ende des Jahres fertig haben. Auch hier hat sich die Marschroute etwas geändert im Gegensatz zu unseren Demos. Bei The Vision Bleak kam es uns ja ursprünglich darauf an, schnörkelosen, einfachen Rock zu machen - mit Texten aus dem echten Leben sozusagen. Denkste! Nun stehen wir da, wo wir hätten von Anfang an stehen sollen. Bei großem, mystischen Horror Rock'n'Roll, der stimmungsvoll und dick groovend zugleich ist und unsere Vorliebe für den guten, alten Horrorfilm ausdrückt. Eine europäische Variante von Rob Zombie in etwa - mit viel Natur, Nebel und rollenden Köpfen, Werwölfen, Untoten und Dämonen ...tja, man kann sich seinen Wurzeln halt nicht entziehen, versucht hab ich's wenigstens einmal....